Donnerstag, 5. März 2009

frühlings erwachen

Nach drei Wochen voller Regen scheint heut erstmals bissl die Sonne, das war angeblich auch eine abnormal lange Regenzeit. Das neue Semester hat angefangen und ich bin von Level 3 auf 5 (von insgesamt 7) aufgestiegen, was schon hart war in der ersten Woche. Wir haben vier Lehrer, Sprechpraktikum (die Lehrerin sieht aus wie ein Tier oder was aus Animaniacs, wie 18, ist aber 27, klein und viel zu zuckersüß/freakig um wahr/menschlich zu sein), Schreibpraktikum, Textlektüre (60-jährige Lehrerin, die früher Pekingopernsängerin war und sehr Oma-haft witzig/entspannt ist, zu Neuankömmlingen in der Klasse sagt, sie müssen so wie wir alle ein Lied vorsingen (was wir nicht mussten), weil sie das Chinesisch-Level testen will, was dazu führt, dass schüchterne Koreaner echt voll aus sich rausgehen und vor allen singen.) und Grammatik. Laut der Grammatiklehrerin sollten wir auf unserem Level einen Wortschatz von 8000 chinesischen Zeichen haben, weil wir quasi die höchste Stufe vom Fortgeschrittenenlevel (also dem Mittellevel) sind, danach im hohen Level hat man über 10 000. Wir lernen jede Woche rund 300 neue Vokabeln. Mittwochs haben wir frei und ich hab mit einem Japaner Sprachaustausch Japanisch und Englisch (auf Chinesisch). Mein Entschluss, in dem Semester meine sämtlichen asiatischen Beziehungen zu fokussieren (auf sie zu fokussieren? Deutsch kann ich auch nicht mehr.) und zu vertiefen, geht erstaunlich gut beziehungsweise bieten sich plötzlich von überall her Möglichkeiten oder es melden sich vor Monaten gemachte Bekanntschaften. Sonst noch... Youzi sind grad überall in Gehweite ausverkauft, mein Hinterreifen am Rad ist permanent platt, die Jungs aus der Band schauen koreanische Soap-Operas (man stelle sich den Sänger im Megadeath-Tshirt und den Gitarrenspieler in japanisch-stylischem Gewande vor: "Und hast du gesehen, X und Y..." "Was?" "... sie haben jetzt geheiratet!" "Was?!" etc), ich hab noch keinen Plan für Geburtstagfeiern und es sind nicht alle guten Freunde hier, Chinesen werden in manchen Bars offen diskriminiert, in meiner Klasse gibts 13 Nationalitäten (rund 25 Leute) und keinen einzigen Amerikaner, ich liebe Shrimps/Krabben(?!?)baozi mit scharfer Glasnudelsuppe mit Rindfleischstückerln drin, ich vermisse Cornflakes mit Milch (obwohl man das hier schon auch kriegt), mein Sonderstatus als einzige Österreicherin, den ich letztes Semester so gepflegt hab, ist seit gestern auch verloren, ... und: der Frühling stakst auf wackeligen Beinen zur Musik von Calexico, den Beatles und サカナクション daher.

Keine Kommentare: