Freitag, 26. Dezember 2008

feiertage




Weihnachten habe ich schön verbracht, indem ich dem Tag (im Gegensatz zu den meisten anderen internationalen Studenten, mit denen ich geredet hab) ein wenig Heiligkeit verliehen habe, und mit meiner koreanischen Freundin 朴莲红in ihre Kirche gegangen bin, die voller Koreaner und einiger anderer Menschen war. Dort gab es drei Stunden lang verschiedenes Gesinge und -tanze zu fetziger Weihnachtsmusik, dann eine Stompartige Einlage mit riesenblauen Trommeltonnen (dahinschmelz) und eine Art Improtanzmusical über Jesu Leben. Danach war ich mit Jasper und drei chinesischen Freunden (刘昱,湖明东,何正浩) in der Jazzbar Kokossaft trinken und westliche Weihnachtslieder hören, und dann bin ich bald mal schlafen gegangen. Gestern hatte ich dann Bandprobe und war am Abend mit Alex (Malaysia) und einer großen Gruppe von Leuten essen, was etwa fünf Stunden gedauert hat.

Das war wie eine Art Buffet, nur dass alle Speisen einzeln vor der eigenen Nase wie ein Kunsthandwerk zubereitet wurden, und man zahlt eine Pauschale von 15Euro für alles inklusive. Ich hatte drei Muscheln, viel Fisch, (halbrohes) Fleisch, ein wenig (sehr wenig) Gemüse, viel Eis, zwei Obstsalate, ein Ei mit Nemos kleinen Geschwisterchen drin (mh, Fischeier! mit jedem Zerplatzen eine neue Geschmacksexplosion.), ein wenig Sake, Gurkensaft und ein paar Gläser Bier; in Gesellschaft von Koreanerinnen, einem Kolumbianer und einem Mexikaner. (Nachdem ich Zungenkontakt mit der Entenzunge hatte und sie nicht vom Schädel runtergeknabbert gekriegt habe, hab ich den halben Entenkopf dann vor mir liegengelassen..)






Seit heute bin ich langsam wieder im Megadauerbeschäftigtsein (Euphemismus für Stress) eingetaucht (Euphemismus für gefangen); ich hatte wieder Unterricht (nachdem ich die letzten beiden Tage gestangelt habe), wir waren aber nur zu acht; danach Essen und Wäsche in die Waschmaschine, gleich darauf vorletzte Malerei-Stunde (wiedermal abgelost), dann eigentlich mit Malerei zeitgleich (aber weil ich gestern so gut gespielt hab, durfte ich später kommen) Bandprobe, also Tusche und Papier gegen Drumsticks (auf Chinesisch (Gu-(=Trommel)) Bang (!!)) und Basstrommelpedal eingetauscht und zum Studentenwohnheimswartesaal, der uns als Proberaum dient, rübergelaufen, da mein Rad einen Patschen hat. Toll, ich glaub das wusste der deutsche Sack, der es mir verkauft hat. Dort Mad World, Can't Stop und 钟鼓楼 gespielt, dazwischen einige gute Jammomente mit dem Japaner an der Gitarre gehabt. Beim Zusammenpacken meinte unser Sänger, dass wir morgen erstmal wie jeden Samstag seit 3 Wochen um 10 Uhr früh proben, und um 7 Uhr Abends Auftritt haben (Supertoll, diesmal gibt's neben den motivierten sich zur Schau stellenden KTV-Sänger und -innen noch eine Band, deren Schlagzeuger Schlagzeug studiert, und die Punk spielen), wobei er einfließen ließ, dass es um 1 Mittags noch einen kleinen Gig für irgendein Absolventenbankett gibt, was wir als Soundcheck betrachten sollen. Danach zurück zu unserer Lobby, schnell Wäsche geholt, umgezogen und letzte Taijijian-Stunde (mit Schwert) vor der "Prüfung" am Dienstag gehabt. Dann war ich noch in einer geheizten Klasse im 4. Stock unter lauter Asiaten lernen, jetzt kommt der wohlverdiente Schlaf.

Dankedankedanke für alle lieben Weihnachtswünsche!!

Sonntag, 21. Dezember 2008

vorweihnachten

Das ist meine Klasse mit oben meiner 阅读(Textlektüre)-Lehrerin, zweite von rechts.
Luojina und Co. aus Korea
Jorge aus Mexiko, unser Klassensprecher, zwei Koreanerinnen, Madeleine aus USA und Ida.
Mein erster Freund von hier, Luis, ist vor zwei Tagen heimgeflogen. Davor waren wir noch mal feiern.
Calvin (oben) wird morgen früh abreisen und Will (unten) ist seit heut früh weg. Die zwei gehen aber zum Glück, wie auch Andrew, auf die selbe Uni in Michigan, und haben sich dort wieder. Das beneide ich schon, weil ich vielen Leuten hier schon sehr nahestehe, und mir gar nicht vorstellen kann, dann in Wien, wenn ich dort weiterstudiere (oder wie auch immer), keine Leute zu haben, mit denen ich Insiderschmähs ohne viel Erklärungen teilen kann.


Hier wollte ich einen der Abende in Andrews Zimmer festhalten, derer ich gemeinsam mit Calvin, Oxana (Ukraine) und Will einige verbracht habe.
Ja, Rotwein (sehr süffig) in Teekanne. Um knapp einen Euro.

Dann hatten wir gestern Abend nochmal einen kleinen Gig im Freien, auf einem Platz mit Säulen auf unserem Campus. Es war schon sehr cool, da zu spielen, aber wir hatten die paar Lieder nur einmal gemeinsam gespielt und mnja sagen wir, ich bin froh, im Auge des Sturms gesessen zu sein.





Dienstag, 16. Dezember 2008

ein traum

Viel bewegt sich hier weiter, die Zeit ist schon so fortgeschritten, dass viele schon wieder heimfahren. Hu Mingdong kommt immer wieder her, weil sein Zimmer so kalt ist, und lässt mich ihm helfen, Übersetzungen von Gebrauchsanweisungen von Chinesisch auf Englisch zu korrigieren (welch ein Spaß: "The patient put off his/her outside gusset and the doctor wrap the cuff on the upper arm of the patient smoothly, which is suitable for put into the first finger. Place the stethoscope on the brachial artery (about 2 cm above the elbow). Keep the patient still during measurement and make sure the stethoscope is at the heart level.")

Ich bin momentan fixer Bestandteil der Roofband, der einzigen Band auf unserem Campus, die von Lee Jiaqi vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde. Es macht ur Spaß, weil ich so viele chinesische Lieder kennenlerne, und auch japanische, weil unser Leadgitarrist Japaner ist.

Dieses Foto musste wegen der stylischen Stiefel von 千田博司, dem Japaner, rein.
全戈 (aus der inneren Mongolei) ist der Sänger,

Asako (aus Australien) singt auch und spielt Keyboard


千田博司 (aus Japan, seine Eltern sind Shanghainesen) spielt Leadgitarre,



in der Mitte links unsre zweite Gitarre bzw. Sänger, und rechts noch Lee Jiaqi.

Es häufen sich allmählich diese Abende, an denen es chinesische Talentshows gibt, wo zum Teil einfach öffentlich Karaoke gesungen oder chinesische Hymnen auf das Vaterland angestimmt oder kleine Theaterstücke gespielt werden. Das leidende Publikum kriegt Leuchtstäbe zum Fuchteln. Es war zwar eiskalt dort, aber dafür hat es drei Stunden gedauert, und als Draufgabe wurden in den Pausen Leute auf die Bühne geholt, die dann ein Lied ihrer zufälligen Wahl mit einem anderen Liedtext vorsingen mussten. Soviel hab ich mich noch nie fremdgeschämt...
Aber wir waren dort, weil Luis, der übermorgen auch zurückfährt, mit einer Koreanerin ein chinesisches Lied gesungen (und den 4. Platz gemacht) hat.

Danach gab's bei Ida aus meiner Klasse kurz eine Einweihungsfete. Was man so auf den Fotos sieht an "Weihnachtlichem" prägt auch unsere Lobby und Supermärkte hier. Schlimmster Kitsch als Erinnerung an das Fest also.

Als Kontrast zu der ziemlich großen Wohnung, die sich die drei deutschen Mädls gemietet haben: hier ein chinesischer Dormroom (Lee Jiaqis), ungefähr so groß wie mein Zimmer, aber mit vier Hochbetten mit sehr dünnen Matratzen.

Für das eine Lied (http://v.youku.com/v_show/id_XMjE5OTU4ODA=.html), das wir bei einem ähnlichen Talentabend gespielt haben, hat 千田博司 die letzte Strophe auf Japanisch übersetzt und gesungen.

am Aufgang zur muslimischen Mensa



Per 2 Taxis sind wir Samstag nachmittags zu einem anderen Campus gefahren, wo ich die einzige Nichtasiatin war.

Dort haben wir eine Ewigkeit hinter der Bühne verbracht, da wir der letzte von 17 Acts waren.










Neben 礼物 von 许巍 haben wir noch That's Why You Go Away von Michael Learns To Rock (ja, es gibt tatsächlich eine Band, die so heißt) gespielt. Ziemlich übel ..
ohne Worte...
Zum Feiern sind wir danach in die You To Bar gegangen, wo auch eine Band gespielt hat.






Ein Würfelspiel, das hier überall gespielt wird, wo es Alkohol gibt.


ein Glas heller Freude.

Das ist nun meine Mickey-Mouse-Taschenlampe, die mir da letztens mal geschenkt wurde.


Wenn der Zeigefinger noch umgeknickt wäre, würde das 6 bedeuten auf Chinesisch. Auf Koreanisch bedeutet diese Geste, auf ein Gegenüber zeigend, Ich liebe dich.




Am nächsten Tag haben wir fast vier Stunden lang gejammt, weil wir diesen Samstag wieder irgendwo spielen, auf unserem Campus im Freien glaub ich. Da wir vom Dach verjagt worden sind, spielen wir jetzt immer in einer kleinen Wartehalle neben den Dorms der Chinesen.



In den letzten Tagen war es wieder so sonnig mittags, dass ich draußen sitzend gelernt und gedöst habe. Hier mit Youzi und Jasper mit meinen Sonnenbrillen.



Allerliebste sonnige vorweihnachtliche Grüße in den Rest der Welt!