Dienstag, 16. Dezember 2008

ein traum

Viel bewegt sich hier weiter, die Zeit ist schon so fortgeschritten, dass viele schon wieder heimfahren. Hu Mingdong kommt immer wieder her, weil sein Zimmer so kalt ist, und lässt mich ihm helfen, Übersetzungen von Gebrauchsanweisungen von Chinesisch auf Englisch zu korrigieren (welch ein Spaß: "The patient put off his/her outside gusset and the doctor wrap the cuff on the upper arm of the patient smoothly, which is suitable for put into the first finger. Place the stethoscope on the brachial artery (about 2 cm above the elbow). Keep the patient still during measurement and make sure the stethoscope is at the heart level.")

Ich bin momentan fixer Bestandteil der Roofband, der einzigen Band auf unserem Campus, die von Lee Jiaqi vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde. Es macht ur Spaß, weil ich so viele chinesische Lieder kennenlerne, und auch japanische, weil unser Leadgitarrist Japaner ist.

Dieses Foto musste wegen der stylischen Stiefel von 千田博司, dem Japaner, rein.
全戈 (aus der inneren Mongolei) ist der Sänger,

Asako (aus Australien) singt auch und spielt Keyboard


千田博司 (aus Japan, seine Eltern sind Shanghainesen) spielt Leadgitarre,



in der Mitte links unsre zweite Gitarre bzw. Sänger, und rechts noch Lee Jiaqi.

Es häufen sich allmählich diese Abende, an denen es chinesische Talentshows gibt, wo zum Teil einfach öffentlich Karaoke gesungen oder chinesische Hymnen auf das Vaterland angestimmt oder kleine Theaterstücke gespielt werden. Das leidende Publikum kriegt Leuchtstäbe zum Fuchteln. Es war zwar eiskalt dort, aber dafür hat es drei Stunden gedauert, und als Draufgabe wurden in den Pausen Leute auf die Bühne geholt, die dann ein Lied ihrer zufälligen Wahl mit einem anderen Liedtext vorsingen mussten. Soviel hab ich mich noch nie fremdgeschämt...
Aber wir waren dort, weil Luis, der übermorgen auch zurückfährt, mit einer Koreanerin ein chinesisches Lied gesungen (und den 4. Platz gemacht) hat.

Danach gab's bei Ida aus meiner Klasse kurz eine Einweihungsfete. Was man so auf den Fotos sieht an "Weihnachtlichem" prägt auch unsere Lobby und Supermärkte hier. Schlimmster Kitsch als Erinnerung an das Fest also.

Als Kontrast zu der ziemlich großen Wohnung, die sich die drei deutschen Mädls gemietet haben: hier ein chinesischer Dormroom (Lee Jiaqis), ungefähr so groß wie mein Zimmer, aber mit vier Hochbetten mit sehr dünnen Matratzen.

Für das eine Lied (http://v.youku.com/v_show/id_XMjE5OTU4ODA=.html), das wir bei einem ähnlichen Talentabend gespielt haben, hat 千田博司 die letzte Strophe auf Japanisch übersetzt und gesungen.

am Aufgang zur muslimischen Mensa



Per 2 Taxis sind wir Samstag nachmittags zu einem anderen Campus gefahren, wo ich die einzige Nichtasiatin war.

Dort haben wir eine Ewigkeit hinter der Bühne verbracht, da wir der letzte von 17 Acts waren.










Neben 礼物 von 许巍 haben wir noch That's Why You Go Away von Michael Learns To Rock (ja, es gibt tatsächlich eine Band, die so heißt) gespielt. Ziemlich übel ..
ohne Worte...
Zum Feiern sind wir danach in die You To Bar gegangen, wo auch eine Band gespielt hat.






Ein Würfelspiel, das hier überall gespielt wird, wo es Alkohol gibt.


ein Glas heller Freude.

Das ist nun meine Mickey-Mouse-Taschenlampe, die mir da letztens mal geschenkt wurde.


Wenn der Zeigefinger noch umgeknickt wäre, würde das 6 bedeuten auf Chinesisch. Auf Koreanisch bedeutet diese Geste, auf ein Gegenüber zeigend, Ich liebe dich.




Am nächsten Tag haben wir fast vier Stunden lang gejammt, weil wir diesen Samstag wieder irgendwo spielen, auf unserem Campus im Freien glaub ich. Da wir vom Dach verjagt worden sind, spielen wir jetzt immer in einer kleinen Wartehalle neben den Dorms der Chinesen.



In den letzten Tagen war es wieder so sonnig mittags, dass ich draußen sitzend gelernt und gedöst habe. Hier mit Youzi und Jasper mit meinen Sonnenbrillen.



Allerliebste sonnige vorweihnachtliche Grüße in den Rest der Welt!

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