Samstag, 6. Dezember 2008
ein erfüllter Dezembertag.
Es ist hier jetzt ungefähr so kalt wie in Österreich, mit Sonne und Wind. Die Tage sind immer noch voller Begegnungen und immer interessanteren Gesprächen und Lektüren.
Letzten Donnerstag war ich zum endlichen Feiern meiner geschriebenen Arbeit, und um wieder mal Tanzen zu gehen, mit Thomas erstmals im SOS, wo es einen Raum gibt, wo 6 Euro Eintritt zu zahlen sind, und viele Ausländer an der Open Bar rumhängen, und dann einen anderen großen Raum mit Techno und vielen kleinen Tischen, an denen Chinesen stehen und trinken.

Dort habe ich einen Ohrring verloren, der mir in Irland von meinen Kindern geschenkt worden ist, und ihn dann am Dancefloor kriechend gesucht. Leider sind aber die dort angestellten Chinesen, die mit Besen und Schaufel herumwuseln und den Boden sauberhalten, wie es hier vielerorts geschieht, schneller, und der Ohrring war unauffindbar.
Dafür hat mir, um mir die Suche zu erleichtern, ein Chinese eine Art Taschenlampe mit Mickey-Mouse-Leuchtstrahl gegeben. Das war es mir dann auch wert, dafür einen Ohrring verloren zu haben.
Später bin ich mit meinem Fahrrad heimgefahren, was nur 15 Minuten gedauert hat, da der Club sehr nah am Campus liegt, und habe den nächsten halben Tag verpennt und Unterricht gestangelt. Nach dem Frühstück/Mittagessen (wahrscheinlich Reis mit gebratenem Gemüse und Fleischstückchen) habe ich in der Sonne auf den Stufen sitzend, Youzi essend (es wurde schon der Vorschlag an mich herangetragen, mir doch wegen meiner Liebe für diese Frucht die Zeichen dafür einzutättowieren.) mit Andrew, dem Amerikaner, ein kurzes Gespräch über Transzendenz geführt (Youzi. Connecting people.). Danach musste ich schon zum Chinesische-Malerei-Unterricht, wo wir diesmal Bäume malen sollten. Ich war nicht sehr geduldig und bin nach einem Baum wieder abgehaut.
In meinem Zimmer hab ich schnell noch einen Brei aus Banane, Haferflocken, Joghurt und Honig verschlungen, und dann hab ich mich in der Lobby mit He Zheng Hao, Jasper und Andre getroffen, und wir sind mit dem Taxi (weil wir grad vier Leute waren und es echt eisig kalt war) in die Stadt gefahren. Am Westsee gibt es ein Provinzmuseum, das die Geschichte Zhejiangs darstellt, und das haben wir uns gemeinsam angeschaut.

Es war sehr faszinierend, sich auf Chinesisch mit Zheng Hao über die ausgestellten, bis zu „7000 Jahre“ alten Artefakte und grundlegende Motivationen für menschliches Tun auszutauschen, und von ihm Chengyus (chinesische Sprichwörter, die aus vier Zeichen bestehen, hinter denen eine Geschichte steht) erklärt zu bekommen, die mit Leuten zu tun hatten, über die dort was ausgestellt war.


















Danach sind wir wieder zurückgegangen/-fahren und waren in einem mexikanischen Restaurant in der Nähe vom Campus essen.

Anschließend haben Jasper und ich in meinem Zimmer ein Bild fast vollendet, das ein Stück schircher Wand verschönern soll, das durch das Umstellen meiner Möbel zum Vorschein gekommen ist.
Zwischendurch ist meine koreanische Freundin Zhao Zai Qiong vorbeigekommen und hat uns verschiedene asiatische Musik vorgespielt, und wir haben auf Chinesisch die unterschiedlichen Gebärden von Koreanern und „Westlern“ analysiert.



Nachdem die beiden gen Mitternacht in ihre Zimmer verschwunden sind, bin ich noch in den 5. Stock zu Andrew raufgegangen, der mit Calvin und Will (alle drei aus Michigan) am Höhepunkt eines Brandyrausches angelangt war. Calvin, der normalerweise eher reserviert ist und unvermutet viel spannendes Wissen in sich schlummern hat, ist aufgedreht herumgetanzt und hat sich danach, die Augen fast nicht offen halten könnend, mit mir zur Belustigung der beiden anderen zuerst lallend auf Deutsch (das er vor mehr als vier Jahren fünf Jahre lang gelernt hat), dann zunehmend auf Chinesisch, und schließlich auf Englisch über amerikanische und europäische Bildungssysteme unterhalten. Irgendwie sind wir dann auf Bono und Live Aid gekommen und haben inspiriert beschlossen, von den uns gegebenen Dingen mit Achtung Gebrauch zu machen.

Sonntag, 30. November 2008
Die letzten Novembertage.
Von da oben sieht man den Westlake, den Campus und das Stadtzentrum hinter dem Waldhügel.
Der Blick auf die andere Seite vom Berg aus zeigt dann, wie weit die Stadt noch ausgebreitet ist.
ein Dr.Seuss-eskes Gestrüpp
Abonnieren
Posts (Atom)