Mittwoch, 12. November 2008

Die Kälte greift um sich.

Mittlerweile ist es ziemlich kalt geworden, in den Klassen werden die Klimaanlagen schon auf Warmluft umgeschaltet. Immer mehr Leute ziehen in Wohnungen, aber im International Building geht's trotzdem noch rund. Rechts ist Alex (Thailand) gerade dabei, seinen Vertrag für die Wohnung fertigzustellen, da die Vermieterin gemeint hat, er soll sich selbst einen runterladen und dann halt ausfüllen. Mit ihm wäre ich fast zusammengezogen.

Letzte Woche gab's drei Tage lang ein Essenskulturfest, wo einfach ganz viele kleine Stände sehr viel verschiedene Speisen verkauft haben, von allen möglichen Fleischsorten (frittierter Hundekopf wurde auch gesichtet!) über Gemüse bis zu Früchten und Torten gab's da alles.



































Mein Plan war ja eigentlich, mir nach dem Midterm-Exam eine Woche freizunehmen und nach Hainan zu reisen. Das hab ich aber wegen Cholera-Ausbruch in einer dortigen Uni abgesagt und bin dafür in den Genuss gekommen, mit Hydea (Irak) auf eine Geburtstagsfeier zu gehen, die innerhalb einer Stunde auch schon wieder vorbei war, weil das Geburtstagskind sich die Hand aufgeschnitten hat.

ich mit Hydea und Yusuf.


Koreanerinnen und einige junge Studenten aus Turkmenistan.



















(Hydeas chinesischer Name ist 小龙(kleiner Drache (!!!)).)














Ich mit Mohammed (Dubai), der fließend Englisch und Deutsch spricht und grad auch Chinesisch angefangen hat.














Es ist ganz witzig, mit Leuten zusammen zu sein, mit denen man als Basissprache nur Chinesisch hat, und trotzdem funktioniert die Kommunikation. Aber ich merke schon, wie es bei jedem Gespräch leichter und flüssiger wird, das auszudrücken, was ich meine. Auf Chinesisch sms zu schreiben hilft auch einigermaßen (so habe ich herausgefunden, mit welchen Lauten man die verschiedenen Überraschtheitsgrade ausdrücken kann (n ist am wenigsten überrascht, dann kommt a (哦), dann ao (噢)).
















Sonntag, 2. November 2008

Nanjing

Das Wetter hier ist seit gut 10 Tagen nieselig trüb, wodurch alles noch grauer aussieht. Der Blick aus meiner Klasse:

Rechts winkt Mao.


Eines Abends hat uns Liu Yu in ein edleres Restaurant geschleppt.








Bin grad erkältet und hier beim Spielen mit nach Bier schmeckendem Honig.


In einem Einkaufszentrum wurde hier ein Kinder-Halloween-Programm angeboten. Ich hab vergessen, wie es auf chinesisch heißt.

In Nanjing hab ich mich im Sunflower Youth Hostel einquartiert, auf dessen Dach man diesen Ausblick hat.

Das Hostel ist in 夫子庙, DEM Touristenviertel.



Mit der Aussicht auf einen Abend mit Chinesen hab ich mich von einem Kanadier dazu breitschlagen lassen, am 31. abends in einen Club zu gehen, wo wir von Chinesen geschminkt wurden.




夏雨(Summer Rain), die im Hostel arbeitet



In Nanjing war auch passendes Novemberwetter, und ich hab mich am 1. auf den Weg gemacht, das zu tun, weshalb ich eigentlich hingefahren bin.


..., um das Memorial für die Opfer des Nanjing-Massakers 1937 zu besichtigen. Japan hat damals Shanghai und im Dezember Nanjing, die Hauptstadt, angegriffen und letztere 6 Wochen lang belagert, wobei laut den Tokyo Kriegsverbrecherprozessen über 300000 Leute getötet wurden. Das war das Thema eines Kurses im letzten Semesters, zu dem ich noch eine Arbeit schreiben muss, um meinen Bacc zu kriegen. Wir haben uns mit den unterschiedlichen Darstellungsweisen auseinandergesetzt, weil es auf chinesischer Seite viele Stimmen gibt, die die Chinesen nur als Opfer und die Japaner als Teufel darstellen, und es auch heute noch japanische Professoren gibt, die das Massaker für ein Konstrukt halten.







Das oben reflektierte Gebilde soll an die Opfer erinnern: drei Pfeiler stehen für 2, die Ringe für die 0er dahinter, und die Streben für Menschen (人).





Iris Chang hat auch eine Ehrung bekommen, da sie mit dem Buch The Rape of Nanjing die Diskussion wieder angeheizt und neue Quellen ausgegraben hat. Allerdings ist es ziemlich unwissenschaftlich, weil nicht gut recherchiert und polarisierend.
Neben einer sehr ausführlichen Ausstellung gibt es dort dann einen metaphorischen Friedhof, der in Natur eingebettet ist.



Den Abschluss der Tour bildet diese Friedensstatue.

Beim Heimfahren habe ich drei Chinesinnen kennengelernt, die mich begeistert fürs Frühlingsfest (Feb) zu sich nach Hause eingeladen haben.



Dann war ich noch beim größten Tor der in der Ming-Zeit erbauten Stadtmauer.
















im Bonsaigarten


Taiping-Museum



Dann war ich im Norden der Stadt nochmal auf der Mauer, gleich neben einem See.
Chinesen am Sportplatz